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    Auswandern & Firma

    Firma in Singapur gründen: solide, international – und im Unterhalt schlanker als Dubai

    Singapur ist einer der angesehensten Finanzplätze der Welt. Eine Gesellschaft dort öffnet dir Türen zu Banken, Kunden und Märkten in Asien. Und im laufenden Unterhalt ist sie in vielen Fällen günstiger als eine vergleichbare Struktur in Dubai. Aber: Mit Wohnsitz in Deutschland spart eine Singapur-Firma allein keine Steuern. Wir zeigen dir, wann sie wirklich passt.

    • Private Limited (Pte. Ltd.) – die Singapur-Variante der „LLC“
    • Territorialprinzip und 17 % Körperschaftsteuer mit Teilbefreiungen
    • Laufender Aufwand im Vergleich zu Dubai meist geringer
    • Deutsche Sicht: Geschäftsleitung, Betriebsstätte, Hinzurechnungsbesteuerung
    • Gründung, Bankkonto und Buchhaltung mit Partner vor Ort

    Haftungsausschluss

    Die Inhalte auf dieser Website, einschließlich aller angebotenen Online-Kurse, Bücher und sonstigen Materialien, dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Steuerberatung dar. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch einen Steuerberater oder einen anderen Fachberater. Obwohl wir die Inhalte sorgfältig erstellen und regelmäßig aktualisieren, können wir keine Garantie für ihre Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität übernehmen.

    Die hier bereitgestellten Informationen sollen dir einen allgemeinen Überblick und eine erste Orientierung bieten. Sie sind jedoch nicht als individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung gedacht. Für deine speziellen steuerlichen Fragen und Anliegen wende dich bitte direkt an einen qualifizierten Steuerberater.

    Firmengründung in Singapur anfragen

    „LLC in Singapur“ – was du eigentlich meinst

    Viele suchen nach einer „Singapur LLC“. Eine LLC im amerikanischen Sinn gibt es dort nicht. Die übliche Rechtsform ist die Private Limited Company, kurz Pte. Ltd. Sie haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen, hat mindestens einen Gesellschafter und braucht einen Direktor mit Wohnsitz in Singapur sowie einen Company Secretary. Für Ausländer stellt beides in der Praxis ein Dienstleister vor Ort.

    Aus deutscher Sicht wird die Pte. Ltd. wie eine Kapitalgesellschaft behandelt, also ähnlich einer GmbH. Das ist wichtig, weil sich danach richtet, wann Gewinne bei dir in Deutschland ankommen und wie sie besteuert werden.

    Das Steuersystem in Singapur kurz erklärt

    Singapur besteuert Unternehmen mit einem Regelsatz von 17 % auf den Gewinn. Durch Teilbefreiungen für die ersten Gewinnanteile liegt die tatsächliche Belastung bei kleineren Gewinnen deutlich darunter. Für neu gegründete Gesellschaften gibt es unter Voraussetzungen zusätzliche Erleichterungen in den ersten Jahren. Die aktuellen Grenzen veröffentlicht die Steuerbehörde IRAS; wir prüfen sie für deinen Fall.

    Dazu kommt das Territorialprinzip: Bestimmte Auslandseinkünfte werden in Singapur erst besteuert, wenn sie dorthin überwiesen werden, und können unter Bedingungen befreit sein. Dividenden der Gesellschaft an ihre Gesellschafter sind in Singapur nicht zusätzlich besteuert. Klingt gut. Entscheidend ist aber, was Deutschland daraus macht.

    Warum Singapur im Unterhalt oft günstiger ist als Dubai

    Bei Dubai denken viele zuerst an 0 % oder 9 % Steuer. Was oft untergeht: Lizenzgebühren der Freezones, Visa, Büroanforderungen und Verlängerungen kosten jedes Jahr Geld – und das nicht zu knapp. In Singapur fallen dagegen vor allem Direktor-, Secretary- und Buchhaltungsleistungen sowie die Jahresmeldungen an. Für viele Unternehmer mit internationalem Geschäft ist das am Ende spürbar schlanker.

    Konkrete Gründungs- und Jahreskosten unseres Partners nennen wir dir auf Anfrage. Wichtig ist der Vergleich auf Augenhöhe: Bankkonto, Buchhaltung, Prüfungspflichten und deine eigene Zeit gehören mit in die Rechnung, nicht nur die Steuerquote.

    Die deutsche Sicht: Hier entscheidet sich alles

    Wohnst du in Deutschland und führst die Singapur-Firma von deinem Schreibtisch hier, liegt der Ort der Geschäftsleitung in Deutschland (§ 10 AO). Dann ist die Gesellschaft in Deutschland unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig (§ 1 KStG) und zahlt hier Körperschaft- und Gewerbesteuer. Mindestens droht eine deutsche Betriebsstätte. Die niedrigen Sätze aus Singapur laufen dann ins Leere.

    Und selbst wenn die Firma tatsächlich in Singapur geführt wird: Erzielt sie sogenannte passive Einkünfte – etwa bestimmte Zins-, Lizenz- oder Dienstleistungseinkünfte – und liegt die Belastung unter 15 %, greift die Hinzurechnungsbesteuerung nach §§ 7 ff. AStG. Die Gewinne werden dir dann in Deutschland zugerechnet, als hättest du sie selbst erzielt. Dazu kommt die Meldepflicht für Auslandsbeteiligungen nach § 138 AO.

    Die saubere Lösung ist deshalb meist eine von zwei: echte Substanz in Singapur mit eigener Geschäftsführung vor Ort – oder dein eigener Wegzug, bei dem die Wegzugsteuer nach § 6 AStG geprüft werden muss.

    Für wen Singapur passt

    Singapur passt zu Unternehmern mit Geschäft in Asien, zu Holding- und Handelsstrukturen mit echter Substanz, zu Auswanderern, die nach Singapur oder in die Region ziehen, und zu allen, die einen erstklassigen Bank- und Rechtsstandort brauchen. Für den reinen Online-Unternehmer, der in Deutschland wohnen bleibt und Steuern sparen will, passt es nicht.

    Ablauf und Unterlagen

    Erstgespräch und steuerliche Prüfung aus deutscher Sicht, dann Namensreservierung und Registrierung bei der Behörde ACRA, Bestellung von lokalem Direktor und Company Secretary, Eröffnung des Geschäftskontos, Einrichtung der Buchhaltung. Für die Registrierung brauchst du in der Regel Reisepass, Adressnachweis, Angaben zum Geschäftsmodell und zu den wirtschaftlich Berechtigten.

    Banken in Singapur prüfen sehr genau. Ein schlüssiger Geschäftsplan, nachvollziehbare Mittelherkunft und erwartete Zahlungsströme sind Pflicht. Eine Kontozusage können wir vorab nicht geben.

    Meine Einschätzung

    Singapur ist kein Steuerparadies-Trick, sondern ein echter Standort. Wer dort wirklich Geschäft macht oder hinzieht, bekommt eine grundsolide Struktur, die im Unterhalt oft günstiger ist als Dubai. Wer nur eine Briefkastenfirma sucht, fliegt in Deutschland früher oder später auf. Den Unterschied klären wir, bevor du einen Euro ausgibst.

    Häufige Fragen