Steuern mit Kopf Logo

    Steuern sparen

    Steuern sparen als Angestellter: Die Hebel, die wirklich etwas bringen

    Angestellte haben weniger Gestaltungsspielraum als Unternehmer – aber deutlich mehr, als die meisten nutzen. Die größten Effekte liegen nicht bei einzelnen Belegen, sondern bei Gehaltsbestandteilen, Steuerklassen und dem Aufbau eigener Einkünfte. Hier die Reihenfolge, in der es sich lohnt.

    • Werbungskosten wirken erst oberhalb des Arbeitnehmer-Pauschbetrags – dann aber voll.
    • Homeoffice-Tagespauschale und Pendlerpauschale lassen sich kombinieren, wenn die Voraussetzungen passen.
    • Steuerfreie und pauschal versteuerte Gehaltsextras sind oft wertvoller als eine Bruttoerhöhung.
    • Wer Kapitalanlagen hat, prüft Freistellungsauftrag, Verlustverrechnung und Günstigerprüfung.

    Hebel 1: Gehalt umbauen statt nur erhöhen

    Eine Bruttoerhöhung wird mit Deinem persönlichen Steuersatz plus Sozialabgaben belastet – vom Zuschlag bleibt oft weniger als die Hälfte. Steuerfreie oder pauschal versteuerte Bestandteile kommen dagegen fast vollständig an.

    Praxisrelevant sind unter anderem der Sachbezug im Rahmen der monatlichen Freigrenze, Zuschüsse zum Jobticket, das Dienstfahrrad per Überlassung, betriebliche Altersversorgung, Kindergartenzuschüsse und Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen.

    Solche Bausteine musst Du mit dem Arbeitgeber vereinbaren, bevor der Lohn entsteht – eine nachträgliche Umwandlung bereits verdienten Lohns erkennt das Finanzamt nicht an.

    Hebel 2: Werbungskosten systematisch statt zufällig

    Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird automatisch abgezogen. Wirksam wird Dein Aufwand erst darüber – deshalb lohnt es, in einem Jahr zu bündeln: Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildung, Bewerbungskosten, Beiträge zu Berufsverbänden, Arbeitszimmer oder Tagespauschale, Fahrten und Reisekosten.

    Die Entfernungspauschale gilt pro Entfernungskilometer und Arbeitstag, mit einem höheren Satz ab dem einundzwanzigsten Kilometer. Für Tage überwiegend im Homeoffice gibt es die Tagespauschale; beide lassen sich über das Jahr sinnvoll kombinieren, wenn Du die Tage saubere dokumentierst.

    Bei doppelter Haushaltsführung und beruflich veranlassten Umzügen sind die Beträge oft vierstellig – das sind die Fälle, in denen sich eine Prüfung wirklich rechnet.

    Nächster Schritt

    Die Reihenfolge für Dein Jahr festlegen

    Im Kurs Steuerstrategie gehen wir die Hebel für Angestellte und Nebenselbstständige der Reihe nach durch – mit Checklisten für die Umsetzung.

    Hebel 3: Steuerklassen und Vorauszahlungen richtig steuern

    Bei Paaren bestimmt die Kombination der Steuerklassen nur die monatliche Auszahlung, nicht die Jahressteuer. Relevant wird sie, wenn Lohnersatzleistungen anstehen – Elterngeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld –, weil diese am Netto anknüpfen.

    Wer hohe Werbungskosten hat, kann einen Lohnsteuer-Freibetrag beantragen und bekommt das Geld monatlich statt erst mit dem Bescheid.

    Bei Nebeneinkünften prüft das Finanzamt Vorauszahlungen. Es ist besser, diese realistisch anzusetzen, als am Jahresende von einer Nachzahlung plus laufenden Vorauszahlungen überrascht zu werden.

    Hebel 4: Eigene Einkünfte aufbauen

    Der größte Sprung entsteht, wenn neben dem Lohn eine zweite Einkunftsquelle steht: ein Nebengewerbe, eine vermietete Immobilie, eine Photovoltaikanlage oder Kapitalanlagen. Damit öffnen sich Abschreibungen, Betriebsausgaben und Gestaltungsspielräume, die reinen Arbeitnehmern verschlossen bleiben.

    Beim Nebengewerbe gilt: Anlaufverluste sind abziehbar, solange eine Gewinnabsicht erkennbar ist. Bei Immobilien und Photovoltaik entscheidet die Struktur über die Belastung – privat, gewerblich oder in einer Gesellschaft.

    Wenn eine Nebentätigkeit wächst, lohnt der Blick auf die Rechtsform, bevor die Gewinne groß werden. Eine spätere Umwandlung ist möglich, aber aufwendiger.

    Hebel 5: Kapitalanlagen sauber abwickeln

    Verteile Freistellungsaufträge auf Deine Banken, damit der Sparerpauschbetrag nicht verfällt. Bei mehreren Depots lohnt am Jahresende die Verlustbescheinigung, um Verluste bankübergreifend zu verrechnen.

    Wer einen niedrigen persönlichen Steuersatz hat, beantragt die Günstigerprüfung und zahlt statt der Abgeltungsteuer den geringeren Tarif.

    Bei Termingeschäften, Auslandsdepots und Kryptowerten liegen die typischen Fehler in der Dokumentation. Dafür haben wir eigene Seiten mit dem konkreten Vorgehen.

    Roland erklärt’s im Video

    Steuererklärung: Anlage N richtig ausfüllen

    YouTube · 2025 · Erst mit Klick wird das Video von YouTube geladen.

    Auf YouTube ansehen

    Häufige Fragen

    Wirkung und Aufwand der Hebel

    HebelTypische Wirkung pro JahrAufwand
    Schnell umsetzbar
    Freistellungsauftrag und VerlustverrechnungBis mehrere Hundert EuroGering
    Werbungskosten bündelnMehrere Hundert bis über tausend EuroGering
    Lohnsteuer-Freibetrag beantragenLiquidität im MonatGering
    Mit Arbeitgeber
    Gehaltsextras statt BruttoerhöhungOft deutlich über tausend EuroMittel
    Betriebliche AltersversorgungSteuer- und BeitragsvorteilMittel
    Struktur
    Nebengewerbe oder Vermietung aufbauenGrößter Hebel, individuellHöher, dauerhaft
    Photovoltaik auf dem eigenen DachSteuerfreie Einnahmen und EntlastungMittel

    Richtwerte ohne Gewähr, abhängig von Einkommen, Familienstand und Region.

    Die Reihenfolge für Dein Jahr festlegen

    Im Kurs Steuerstrategie gehen wir die Hebel für Angestellte und Nebenselbstständige der Reihe nach durch – mit Checklisten für die Umsetzung.

    Haftungsausschluss

    Die Inhalte auf dieser Website, einschließlich aller angebotenen Online-Kurse, Bücher und sonstigen Materialien, dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Steuerberatung dar. Sie ersetzen keine professionelle Beratung durch einen Steuerberater oder einen anderen Fachberater. Obwohl wir die Inhalte sorgfältig erstellen und regelmäßig aktualisieren, können wir keine Garantie für ihre Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität übernehmen.

    Die hier bereitgestellten Informationen sollen dir einen allgemeinen Überblick und eine erste Orientierung bieten. Sie sind jedoch nicht als individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung gedacht. Für deine speziellen steuerlichen Fragen und Anliegen wende dich bitte direkt an einen qualifizierten Steuerberater.