Informationsaustausch mit den VAE: Was das Finanzamt über dein Dubai-Konto erfährt

Die VAE melden Kontodaten über CRS nach Deutschland. Welche Daten fließen und warum das bei sauberer Erklärung kein Problem ist.
Viele gehen davon aus, dass ein Konto in Dubai unsichtbar bleibt. Das war vielleicht vor zwanzig Jahren so. Heute tauschen die Vereinigten Arabischen Emirate Kontodaten mit über hundert Staaten aus, auch mit Deutschland. Wer das weiß, kann entspannt ein Konto eröffnen. Wer es nicht weiß, erlebt irgendwann einen unangenehmen Brief vom Finanzamt.
Hier erfährst du, welche Daten fließen, wann sie beim Finanzamt ankommen und was das für dich bedeutet.
Der Common Reporting Standard
Der Common Reporting Standard, kurz CRS, ist ein internationales Abkommen über den automatischen Austausch von Finanzkontoinformationen. Banken erfassen, in welchem Land ihre Kunden steuerlich ansässig sind, und melden die Daten jährlich an die eigene Steuerbehörde. Diese leitet sie an das jeweilige Wohnsitzland weiter. In Deutschland landen die Daten beim Bundeszentralamt für Steuern und von dort bei deinem Finanzamt.
Die VAE nehmen an diesem Austausch teil. Bei der Kontoeröffnung wirst du deshalb gefragt, wo du steuerlich ansässig bist und wie deine deutsche Steuer-Identifikationsnummer lautet.
Welche Daten gemeldet werden
- Name, Anschrift und Steuer-ID des Kontoinhabers
- Kontonummer und Name der Bank
- Kontostand bzw. Depotwert zum Jahresende
- Zinsen und Dividenden im Jahr
- Erlöse aus dem Verkauf von Wertpapieren
Nicht gemeldet werden einzelne Buchungen. Das Finanzamt sieht also nicht jede Überweisung, aber es sieht, dass es das Konto gibt, wie viel darauf liegt und welche Erträge angefallen sind.
Rechenbeispiel: Wenn die Zahlen nicht passen
Sandra hat ein Konto in Dubai mit 70.000 € Guthaben und einem kleinen Depot. Über CRS meldet die Bank 1.800 € Dividenden. In ihrer Steuererklärung stehen nur 400 € Kapitalerträge von ihrer deutschen Bank.
Das Finanzamt vergleicht die Zahlen und stellt eine Differenz von 1.800 € fest. Die Folge:
- Nachfrage des Finanzamts mit Bitte um Erläuterung
- Nachversteuerung der 1.800 €, abzüglich nicht verbrauchtem Sparerpauschbetrag
- bei Vorsatz ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung
Hätte Sandra die Dividenden erklärt, wäre der Datenabgleich ein reiner Formalakt gewesen.
Was ein Konto ohne Erträge bedeutet
Liegt auf dem Konto nur versteuertes Geld ohne Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne, meldet die Bank zwar Kontostand und Kontoinhaber. Steuerlich passiert aber nichts, weil es keine Erträge gibt. In Deutschland gibt es keine Vermögensteuer. Mehr dazu liest du im Beitrag Muss ich mein Auslandskonto dem Finanzamt melden?
Drei Praxisfallen
Falsche Angabe zur steuerlichen Ansässigkeit. Wer bei der Bank ein anderes Land als Deutschland angibt, obwohl er hier wohnt, macht sich angreifbar. Diese Angabe muss stimmen.
Mehrere Konten, eine Erklärung vergessen. Oft gibt es neben dem Hauptkonto ein Sparkonto oder ein Depot bei derselben Bank. Alle Konten werden gemeldet, also müssen auch alle Erträge erklärt werden.
Wegzug ohne Abmeldung. Wer auswandert, aber weiter einen Wohnsitz in Deutschland hat, bleibt unbeschränkt steuerpflichtig. Die Meldung über CRS geht dann weiter nach Deutschland.
Checkliste
- Steuerliche Ansässigkeit bei der Bank korrekt angegeben
- Deutsche Steuer-ID hinterlegt
- Übersicht über alle Konten und Depots bei der Bank
- Jährliche Erträge für die Anlage KAP zusammengestellt
- Abgleich zwischen Bankauszug und eigener Steuererklärung
- Bei Unklarheiten rechtzeitig Beratung statt Abwarten
Fazit
Ein Konto in Dubai ist für das Finanzamt kein Geheimnis. Das muss es auch nicht sein. Wenn du deine Erträge sauber erklärst, ist der Datenaustausch nur eine Bestätigung deiner eigenen Angaben. Den allgemeinen Rahmen zu Auslandskonten findest du im Beitrag zur Meldepflicht bei Auslandskonten, den Ablauf der Eröffnung auf unserer Seite zum Bankkonto in Dubai.
Allgemeine Information, keine steuerliche Beratung im Einzelfall.
